Archiv für Februar 2012

Neues aus dem Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges

Ein Detail aus dem besprochenen Museumsraum.

Noch immer ist die Eröffnung des neuen Museums für Sommer 2013 geplant. Man glaubt es kaum, wenn man den Stand der Vorbereitungen sieht, aber so ist es ja bekanntlich immer: Vorne spricht der Präsident und hinten wird gehämmert. Auch hier wird es nicht anders sein und angesichts der vielen Hindernissen bei dieser Neukonzeption geht die Arbeit gut voran.

Davon konnte ich mich gestern bei einem Workshop im Museum zur Präsentation und Analyse des Raums „Der Kriegsanfang: Die Verteidigungskämpfe der Roten Armee 1941-1942“. Im Zentrum der 400 qm stehen hier die ersten Kampfhandlungen auf dem Gebiet von Belarus bis zum Abschluss der Schlacht um Moskau. Die verantwortliche Wissenschaftlerin stellte mit Unterstützung einer Computeranimation nochmals die Architektur des neuen Museums vor. Anschließend erläuterte sie das aktuelle Raumkonzept, Schlüsselexponate und den geplanten Medieneinsatz (einschließlich hochmoderner FogScreens aus Russland) sowie eine museumspädagogische Station in Anwesenheit der polnischen Gestalterfirma. Als Kommentatoren traten mehrere Historiker auf (u.a. Vladimir Ivanovich Kuzmenko vom Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften) , aber auch zwei Vertreterinnen des Museums für zeitgenössische Geschichte, Moskau. Als „europäische Expertin“ durfte ich auch meinen Kommentar abgeben – was wieder eines der vielen Paradoxa ist: Im Lichte der aktuellen politsichen Spannungen ist es um so erstaunlicher, dass eine deutsche Historikerin zur Neukonzeptin gerade dieses Museums eingeladen und gehört wird.

Nimmt man die aktuelle Version des Konzeptes aus wissenschaftlicher Sicht in den Blick, dann fällt zunächst auf, dass sich die Auswahl der Themen und ihre Ausarbeitung fast ausschließlich auf die (bela-)russische Geschichtswissenschaft stützen. Damit bleiben einige Themen nach wie vor ausgeklammert. Hinzu kommt die noch immer traditionell sowjetischen Militärlastigkeit der Darstellung. Schaut man von der museumswissenschaftlichen Seite, so ist die Ausstellung überladen, Leitexponate (noch) nicht erkennbar und in ihrer Gestaltung trotz vieler Medien recht konservativ.

Dieser Befund überrascht mich nach meiner Zusammenarbeit mit dem Museum nicht, sowohl der geschichtspolitische Rahmen als auch die Austauschmöglichkeiten mit Vertretern internationaler Museen sind eingeschränkt. Berücksichtigt man diese Umstände, so ist das Konzept gerade zu modern und weist deutlich über die aktuelle Ausstellung hinaus.

Überrascht waren aber die russischen Kolleginnen, die diese Argumente gar nicht gelten lassen wollten. Seien doch die Minsker Kollegen mehrfach und regelmäßig in Moskau gewesen, wo sie nicht nur mit verschiedenen Museen beraten hätten, sondern auch all die modernen Museen und Ausstellung hätten ansehen können, die mittlerweile Standards setzten. Offenbar läge es weniger an den Möglichkeiten, als an den Fähigkeiten der Minsker Museumsleute, dass hier ein „erstaunlich sowjetisches Museum nach alten Mustern“ entstehe.

Konkret kommentierten die Moskauer die zu große Menge an Exponaten, fehlende Themen und Perspektiven wie die der Zivilbevölkerung oder des Alltagslebens der Soldaten, das bisher nicht erkennbare Narrativ der Darstellung, den fehlenden Aktualitätsbezug des Krieges zur heutigen belarussischen Gesellschaft u.a. Hier merkten sie übrigens selbstkritisch an, dass im Falle des Minsker Museums dasselbe zu befürchten sei, wie im Falle des Museums der Verteidigung Moskaus: Es sei leider nicht, wie erhofft, zu dem zentralen Erinnerungsort für die heldenhaften Leistungen der Moskauer im Krieg geworden, weil es einfach „kein gutes Museum“ sei. Harter Tobak!

Historikerstreit in der Geschichtswerkstatt

Anlässlich der Vorstellung des neuen Buches des Leiters der Geschichtswerkstatt, Kuzma Kozak, kam es zu heftigen Debatten unter den fünf Historikern, die in Belarus/Weißrussland für eine mehr oder weniger kritische, an internationalen Standards orientierte Forschung zum Zweiten Weltkrieg stehen. Anlass war die Publikation des Buches „Deutsche und Kollaborateurverluste auf dem Territorium von Belarus während des Großen Vaterländischen Kriegs 1941-1944: Analyse und Ergebnisse“. Zu den Diskutanten gehörten neben dem Autor selbst (Professor an der Historischen Fakultät der Staatlichen Universität), Aleksej Litvin (Leiter der Sektion für Militärgeschichte in Belarus an der Akademie der Wissenschaften), Anatolij Šarkov, Professor an der Akademie des Innenministeriums), Emanuil Joffe (Politologe, Soziologe und Historiker an der Staatlichen Pädagogischen Universität) und Sergej Novikov (Lehrstuhlleiter für Heimatgeschichte und Weltkultur an der Staatlichen Linguistischen Universität).

Das Buch thematisiert erstmals die Verluste der Besatzer und derer, die mit ihnen zusammengearbeitet haben – ein noch immer ungeliebtes Thema in Belarus und schon deshalb ein mutiges Unterfangen. Für seine Recherchen hat Kozak, in Belarus nicht selbstverständlich, deutsche Archivquellen aus dem Bundes- und dem Bundesmilitärarchiv eingesehen sowie russisch- und deutschsprachige Sekundärliteratur. Ohne Zweifel ist die Arbeit damit ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Belarus und ein Anstoß zu weiteren Diskussionen, auch wenn es hinsichtlich der Methode und Analyse der Zahlen sicher noch einige offene Fragen gibt.

Genau diese waren bereits bei der Präsentation des Buches Anlass zu heftigen Debatten unter den Historikerkollegen. An zwei Fragen machte sich die durchaus kontroverse Auseinandersetzung fest: Wie sind die verschiedenen, bis heute nicht immer nachvollziehbaren Angaben zu den Opfern auf beiden Seiten zu bewerten und wie kann man zu einer wissenschaftlich begründeten These kommen? Und: Was bedeutet „Kollaboration“, wer hat sich schuldig gemacht, wer nur um sein Leben gekämpft?

Alle der genannten Historiker beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit diesen und anderen Fragen zur Geschichte von Besatzung, Krieg und Erinnerung in Belarus. Dabei reicht das Spektrum von einer von der offiziellen Lesart geprägten Position in der Akademie der Wissenschaften über eine offene, auf Zeitzeugenberichten und Oral History basierenden Forschung in der Geschichtswerkstatt und die immer wieder ungeliebte Themen aufgreifende Publikationstätigkeit Joffes bis hin zu einer maximal quellengestützten und vernetzten Forschung bei Novikov. Für mich war es eine zugleich vertraute und in Belarus doch so seltene Erfahrung einer lebhaften, an Fachfragen orientierten offenen und freien Diskussion.

Ausstellung im Kunstmuseum

Foto: http://www.artmuseum.by/

Seit einer Woche ist im Nationalen Kunstmuseum ein Gemälde aus Litauen zu sehen, das aus mehreren Gründen seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es handelt sich um ein Portrait von Vaitiekus Puslovskis (1762-1833) von dem Maler Valentinas Vankavicius/Valentin Vankovič.

Der Portraitierte rückt das Großfürstentum Litauen ins Zentrum der Aufmerksamkeit, zu dessen einflussreichsten Persönlichkeiten Puslovskis im 18. Jahrhundert gehörte. Für Polen, Litauen und Belarus ist es gleichermaßen ein Bezugspunkt nationaler Vergangenheit. Für Belarus ist es zudem ein politisches Bekenntnis, bei der offiziell verordneten Nähe zu Russland eigene Wurzeln auch und gerade in Mitteleuropa und westlicher Kultur zu suchen. Das transnational Verbindende dieses Erbes war somit auch der Tenor aller Reden auf der Eröffnung der Ausstellung.

Der Person des Malers führt indes weiter in die Tiefen und Untiefen der regional verbindenden Geschichte. Wie viele andere Persönlichkeiten des Großfürstentums wird auch Vankovič von Polen und Belarus in derselben Weise als nationaler Maler reklamiert. Belarus tut dies mit einem eigenen Museum, in dem sich freilich kein einziges Original des Malers befindet. Die Arbeiten Vankovičs sind wiederum in Polen und Litauen zu finden, so dass es nun umso wichtiger für Belarus ist, wenigstens vorübergehend ein Original des Malers ausstellen zu können. Die Situation ist symptomatisch für viele Teile des kulturellen Erbes: Es lässt sich schlicht nicht einer Nation in den heutigen Grenzen zuordnen.

Foto: http://www.artmuseum.by/

Schließlich sind die mit der Ausstellung verbundenen Slutzker Gürtel oder Schärpen der Erwähnung wert. Aus der Sammlung des Litauischen Kunstmuseums sind neben dem Gemälde vier dieser wertvollen Textilien nach Minsk gekommen und erinnern damit an die Ausstellung von 2008-2010, als in Minsk die Sammlung von Schärpen gezeigt wurde, die sich heute im Historischen Museum in Moskau befindet. Bei den Schärpen handelt es sich um eine Laibbinde, die als Gürtel zur traditionellen Kleidung weißrussischer, polnischer und litauischer Adliger zwischen dem 16. und frühen 19. Jahrhundert gehörte und auf den Reichtum ihres Trägers schließen ließ. Für die Kulturgeschichte der Region sind sie von großem Wert, was offenbar auch den Präsidenten bewogen hat, an höchster Stelle darüber zu informieren.

In Minsk und Belarus sind nur noch zwei Slutzker Gürtel vorhanden, sie befinden sich in der Sammlung des Kunstmuseums. Einst gab es eine bedeutende Sammlung von 40 Gürteln, die allerdings im Krieg verloren gin. Genaueres ist nicht bekannt, und gerade deshalb ist das Kunstmuseum an Forschungen zum Verbleib der Sammlung und sogar an einer konkreten Suche interessiert.

Filzkultur

Foto: http://www.aktuell.ru/russland/panorama/filzstiefel

Unbedingt zum Thema Kultur gehören die unverwüstlichen Walenki und ich bin froh, dass das nun auch die FAZ und die ZEIT erkannt haben.

Mit Verzierung oder ohne, mit Innenschuh oder ohne, mit Gummisohle (der moderne Ersatz für die Galoschen aus Gummi) oder ohne stehen sie in verschiedenen dezenten Erdtönen in allen Minsker Schuhgeschäften und machen schon beim Anblick warme Füße.

Sie werden in Smilovichi bei Minsk seit 1928 überwiegend in Handarbeit produziert. Die Wolle kommt allerdings nicht aus Belarus, sondern aus Dagestan, Zentralasien und Belgien. Man sieht die Stiefel an Füßen von Milizionären ebenso wie an denen von Jägern und wohl auch von Häftlingen in sibirischen Lagern. Aktuell kosten sie ca. 20 €, der Fellschuh als Einlage nochmal ca. 5 €.

Professorengehälter Belarus/Weißrussland

Die Gehälter für wissenschaftliches Personal sind zum 1. Februar um 50 % angehoben worden. Grund ist die Steigerung der Zahlungsrate von Bestarbeiter um 32.5 % zum 1. Januar, die als Maßstab für Gehälter gilt. Demnach erhält jetzt ein Junior-Lehrbeauftragter mindestens 1,8 Mio Rubel im Monat, ein Senior-Lehrbeauftragter mindestens 2,2 Mio Rubel (derzeit 260 $). Betroffen von der Erhöhung sind 13.000 Wissenschaftler.

Die von Lukaschenko versprochenen 500 $ als Durchschnitt bleiben aber vorläufig ein Wunschtraum. Ein Lektor für russische Sprache mit einem Lehrdeputat von annähernd 38 Stunden erhält derzeit 120 $, ein Sonderlehrbeauftragter 10.000 Rubel (ca. 1 €) pro Stunde Lehre.

Die Förderung der belarussischen Kultur oder der Fall Maksim Haretski

Den gerade in letzter Zeit häufigen Beschwörungen von offizieller Seite, die belarussische/weißrussische Sprache und Kultur vermehrt zu fördern, scheint es offenbar nicht zu widersprechen, Orte zu zerstören, die sich mit ihr, der belarussischen Kultur, verbinden. In Horki, in der Region Mogilev, wurde unlängst für 2013 der Abriss des Wohnhauses von Maksim Haretski (1893-1938) beschlossen, eines belarussischen Schriftstellers.

Gegen diesen Beschluss sammelte die Bevölkerung Unterschriften und die Gesellschaft für Belarussische Sprache äußerte ihren Widerstand gegen die Pläne. Als offizielle Begründung dient der angeblich schlechte Bauzustand des Hauses. Den Bewohnern wurden neue Wohnungen versprochen. Bis heute erinnert nur eine Tafel am Haus daran, dass Haretski hier gelebt hat.

Hintergrund der Entscheidung ist das traditionelle Erntefest, das 2013 in Horki stattfinden soll. Zu diesem Zweck soll die Stadt hergerichtet und u.a. dieses Haus abgerissen werden.

Haretski gehört zu den Schriftstellern der Aufbruchphase belarussischer Kultur und Sprache Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Werk hat er einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der weißrussischen Sprache geleistet. In dem Haus in Horki hat er zwischen 1926 und 1928 gelebt. Wie andere belarussische Schriftsteller wurde er 1938 als „Staatsfeind“ ermordet.

Zwei Staatssprachen in Belarus/Weißrussland

Die Sprachenfrage in Belarus – das ist ein weites und kontroverses Feld. Unlängst äußerte sich der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes, Nikolaj Čerginec, dazu und forderte, Belarussisch/weißrussisch stärker zu fördern. Um Belarussisch zu mehr Verbreitung zu verhelfen, sollen beispielsweise Sprachkurse in Institutionen und Firmen angeboten werden, so Čerginec. Schon jetzt seien auf Vorschlag des Verbandes alle Straßen- und Stadtnamen auf Belarussisch angegeben. Eine Tatsache, die übrigens nicht selten zu Verwirrung bei Ausländern und Touristen führt, da sämtliches Kartenmaterial bisher nur auf Russisch vorliegt und sich die Schreibweise bisweilen stark unterscheidet. Die Internetseite des Verbandes ist übrigens ebenfalls auf Russisch verfasst und Čerginec selbst beantwortete die (auch Belarussisch gestellten) Fragen auf der Pressekonferenz ausschließlich auf Russisch.

Auch der Kulturminister nahm sich des Themas an. Er verwies darauf, dass die Förderung der Verbreitung der Belarussischen Sprache zwar Teil des Regierungsprogramms der Jahre 2011-2015 sei, die dort formulierten Ziele bisher aber nicht erreicht worden seien. 2012 könne nun das „Jahr des Buches“ und die Jubiläen von Jakub Kolas und Janka Kupala genutzt werden, insbesondere bei „nationalen“ Einrichtungen die Belarussische Sprache stärker einzusetzen.

Seit 2009 steht die Belarussische Sprache auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Sprachen der UNESCO . Über die reale Verbreitung der Sprache im Land gibt es unterschiedliche Auffassungen. Während in Minsk überwiegend russisch gesprochen wird, ist Belarussisch auf dem Land und im Westteil des Landes stärker verbreitet. Oft handelt es sich hier aber auch um eine Mischsprache, in der sich sowohl russische, polnische, ukrainische und regionale Besonderheiten verbinden. Obwohl die Sprache offiziell nicht gefördert wird, ist sie in einigen Abteilungen von Ministerien und staatlichen Einrichtungen (z.B. Institut für Belarussische Kultur, Nationales Historisches Museum) durchaus als Arbeitssprache üblich.

Zur Geschichte der Sprachenfrage siehe auch:

Hermann Bieder: Der Kampf um die Sprachen im 20. Jahrhundert, in: Handbuch der Geschichte Weißrusslands, hg. von Dietrich Beyrau und Rainer Lindner, Göttingen 2001, S. 451-471.

Ein Ausflug in die Musikszene

Für die Berichterstattung über die Musikszene in Belarus/Weißrssland gibt es kompetentere Schreiber als mich. Ich will daher nur meine ganz persönlichen Eindrücke von einem Konzert der beliebten Jazzband Apple Tea zum Besten geben. Im Januar hatte ich das Vergnügen, die Band in einem der wenigen Klubs zu hören, die von der alternativen Jugendszene besucht werden. Eine gute Bekannte und Kollegin hatte mich eingeladen, mich mehrfach nervös darauf hingewiesen, dass es mir vielleicht nicht gefallen könnte, handele es sich bei dem Graffiti-Klub doch um einen abgelegenen Ort, schwer zu finden und sicherlich nicht meinen „diplomatischen Erwartungen“ entsprechend. Am Ende war sie ganz erleichtert, dass es mich nicht nur nicht geschockt, sondern es mir sogar ausnehmend gut gefallen hat. Die entspannte und offene Atmosphäre hat mich außer an Berlin an die für uns gar nicht mehr hinterfragte Selbstverständlichkeit einer freien Musikszene erinnert.

Die Band selbst gibt es schon sehr lange, sie hat sich in den späten 80er Jahren gegründet, als in Russland Kino, DDP oder Nautilus Pompilius entstanden. Seitdem hat sie sich vielfältig entwickelt, tritt vor ganz großem Publikum ebenso wie in kleinen Klubs auf und wird gerade dafür bei der kritischen Jugend sehr geschätzt.

Video zu Apple Tea auf Youtube: http://youtu.be/L0h9n7HXvM4

Weitere Informationen zur Musikszene:

http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20060306

http://www.eurozine.com/articles/2007-02-08-petz-de.html

Nationales Programm zur Instandsetzung historischer Schlösser

Das Schloss Mir steht unter UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein umfassendes Programm zur Bewahrung und Restaurierung historischer Schlösser in Belarus für die Jahre 2012 bis 2018 wurde im Januar vom Ministerrat beschlossen. Insgesamt wird das Programm 131 Billionen Rubel (nach heutigen Stand knapp 12 Milliarden Euro) kosten. Davon werden nur 2,5 Billionen Rubel aus dem staatlichen Budget zur Verfügung gestellt. Die restliche Summe sollen die lokalen Behörden aufbringen. Profitieren sollen 38 Schlösser (von insgesamt 150 auf dem heutigen Gebiet von Belarus), die meisten von ihnen sind in schlechtem Zustand und bisher nicht für den Tourismus erschlossen. Dies gilt bisher nur für die Schlösser in Mir und Nezvizh.

Neues aus dem Nationalen Historischen Museum

Das aktuelle Gebäude des Museums. Foto: http://images.yandex.by/

Um das Nationale Historische Museum Weißrusslands/Belarus’ steht es nicht gut. Das ist nichts Neues, aber nun gibt es eine weitere schlechte Nachricht: Das neue Gebäude in der Frunze Straße 19 im Stadtzentrum, in das das Museum mitsamt seinen Sammlungen in naher Zukunft hätte umziehen sollen, um dort endlich Platz für eine neue Dauerausstellung zu haben, wurde einer neuen Bestimmung zugeführt. In Zukunft soll es nicht das Historische Museum, sondern das erst kürzlich ins Leben gerufene Komitee für Aufklärung beherbergen.

Seit langem schon ist das Historische Museum auf der Suche nach einer Lösung für die zahlreichen Herausforderungen. An vorderster Stelle steht dabei der Bedarf an mehr Raum, sowohl für die Ausstellung als auch für die Sammlung. Der Umzug in das renovierte Gebäude hätte diese Probleme lösen können. Eine Alternative wurde dem Museum bisher nicht angeboten.

Eine Alternative ist der Umbau des jetzigen Gebäudes in der Karl-Marx-Straße. Um genug Platz und museumsgerechte Bedingungen für das Historische Museum zu schaffen, müsste das Gebäude grundsaniert und ein neuer Ort für das derzeit ebenfalls im Gebäude untergebrachte Naturkundemuseum gefunden werden. Doch ist weder Geld für den Umbau vorhanden, noch gibt es ein geeignetes Gebäude für das Naturkundemuseum.

Foto: http://images.yandex.by/