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Foto: http://www.phoenix.de/content/1113663
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TV-Diskussion „History Live“: „Unternehmen Barbarossa – Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg?“

vom 23.06.2016 17:59:12

Das „Unternehmen Barbarossa“ und die Erinnerung daran war das Thema der aktuellen Sendung des Fernsehhistorikers Guido Knopp in der Reihe „History Live“, einer Diskussionsrunde zu aktuellen Fragen der Geschichte auf Phoenix. Daran zusammen mit Jörg Baberowski und Sönke Neitzel teilzunehmen hatte ich die Ehre und das Vergnügen: Zu sehen bei Phoenix und youtube

Обсуждение в телевидении „History Live“: „Операция Барбаросса – поворотный пункт Второй мировой войны?“

„ Операция Барбаросса “ и воспоминание о ней было темой актуальной передачи историка Гуидо Кноппа в серии „History Live“ в телевидении, дискуссионная программа по актуальным вопросам истории на Phoenix. У меня была радость и честь принимать участие вместе с Йоргом Баберовским и Зенке Найцель: Смотреть можно здесь Phoenix и youtube

Foto: https://www.phoenix.de/content/986004
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75 Jahre Überfall auf die Sowjetunion – 19. Juni, 13.00 Uhr auf Phoenix

vom 05.06.2016 11:06:09

Das „Unternehmen Barbarossa“ und die Erinnerung daran ist das Thema der nächsten Sendung des Fernsehhistorikers Guido Knopp in der Reihe „History Live“, einer Diskussionsrunde zu aktuellen Fragen der Geschichte auf Phoenix. Daran zusammen mit Jörg Baberowski und Sönke Neitzel teilzunehmen hatte/habe ich die Ehre und das Vergnügen: Die Aufnahme letzte Woche war lebendig und interessant, wie überhaupt die Erfahrung, bei der Sendung mal dabei zu sein. Zu sehen ist das Produkt am Sonntag, den 19. Juni um 13.00 Uhr bei Phoenix!

HM_Kiew

Streifzüge durch unbekannte Museen – Folge 9: Das Nationale Historische Museum der Ukraine in Kiew

vom 20.05.2016 14:37:04

Auf den Spuren der Revolution war ich letzte Woche seit langem wieder im Nationalen Geschichtsmuseum der Ukraine. Dort tut sich einiges, seit vor einem Jahr die neue Direktorin die Leitung übernommen hat. Ein Haus im Übergang: In den meisten Sälen ist noch die alte Präsentation zu sehen, es gibt sehr wenig Inszenierungen, sprich es dominiert eine konservative Vitrinenausstellung, angefangen von vollen Sälen zur Archäologie (tolle Sammlung!) durch die Jahrhunderte hindurch. Vermisst habe ich Wegweiser oder ein Leitsystem, auch hier gibt es außer klein geschriebenen Texten keine Angebote für Individualbesucher, also auch keinen Audioguide.
Schaut man jedoch genau hin oder hat das Glück einer guten Führung, wie ich es durch Elena hatte, entdeckt man Experimente an allen Ecken, neue Exponate und Interpretationen in mitten der alten Präsentation (z.B. bei der Darstellung des Zweiten Weltkrieges und der neuen Erinnerungskultur) eine wilde (Text-)Mischung aus ukrainisch, russisch und englisch, zeitgenössische Kunst zu aktuellen Themen, eine „Aktionsecke“ für Kinder und vor allem – engagierte Mitarbeiter.

Hinter der allenthalben zu spürenden Bereitschaft und dem Willen zur Veränderung und Erneuerung, dem Streben nach internationalen Kooperationen (die schon zahlreich stattfinden), steht die quirlige Direktorin, die sich nach und nach ein neues, eigenes Team zusammenstellt. Folgerichtig präsentiert sich das Museum online modern und zweisprachig.
Besonders beeindruckt haben mich die Ausstellungen und Installationen zum Majdan und dem Konflikt in den östlichen Gebieten. Zu sehen (und zu betreten) sind u.a. ein Zelt vom Majdan und eine Sonderausstellung zu „16 Schicksalen“ von Soldaten. Gezeigt werden Objekte „von der Front“, von den Museumsmitarbeitern gesammelt oder von Bürgern und Kämpfern geschenkt. Das „Sammeln der Gegenwart“ gehört zum täglichen Geschäft des Museums, das spürbar seine Funktion ebenso in der (Um-/Neu-)Deutung der nationalen Vergangenheit wie in der musealen Reflexion der unmittelbaren Gegenwart sieht. Der Besuch sei allen Kiew-Besuchern angeraten, die sich um das Verständnis des Wandels in der Ukraine bemühen.

Das erste von vier „Universalen“ der ukrainischen Regierung 1917/1918. Das vierte erklärte die nationale Unabhängigkeit https://ru.wikipedia.org/wiki/Универсалы_Центральной_рады
Das erste von vier „Universalen“ der ukrainischen Regierung 1917/1918. Das vierte erklärte die nationale Unabhängigkeit https://ru.wikipedia.org/wiki/Универсалы_Центральной_рады

Auf den Spuren der Revolution… in Kiew

vom 12.05.2016 18:42:50

Dass es „die“ russische Revolution nicht gegeben hat, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ich merke das immer daran, dass bei der Frage „welche Revolution?“ die russischen Kollegen alternativ zu 1917 auch 1905 im Blick haben, in der Bundesrepublik sozialisierte Historiker zwischen Februar und Oktober unterscheiden und dann noch diskutieren, was davon überhaupt eine Revolution gewesen sei und die mit der DDR-Forschung aufgewachsenen Kollegen gar nicht fragen und sowieso an die „Große Sozialistische Oktoberrevolution“ denken.

Alles ganz anders ist es natürlich in der Ukraine. Aktuell befinde ich mich hier zu Recherchen für die Revolutionsausstellung(en) in Zürich und Berlin. Es war durchaus strittig, ob diese Reise nötig ist und ich bin froh, dass es nun möglich ist, ukrainische Kollegen in die Vorbereitungen mit einzubeziehen. Kontakte bestehen zum Nationalen Film- und Fotoarchiv, dem Nationalen Historischen Museum und einigen Historikerkollegen von der Akademie, der Universität oder auch dem Institut für nationales Gedenken.

Angesprochen auf die Revolution fragt man sich hier als erstes, warum das überhaupt von Interesse sein sollte, da dabei ja doch nur (wieder) die russische Dominanz herausgekommen ist. Wenn man dann aber doch tiefer einsteigt, stößt man auf Begeisterung für die nationale Bewegung, die die Ukraine damals schon beinahe zu einem unabhängigen Staat gemacht hätte. Folglich spricht man dann auch von der „ukrainischen Revolution“.

Diese zu durchschauen, also die politischen Strömungen und Parteien sowie die wechselvolle Herrschaft über das ukrainische Gebiet in dieser Zeit, ist praktisch aussichtslos. Allein Kiew war, so liest man bei Michail Bulgakov,  bis zu 14 Mal von den Roten, den Deutschen, den Partisanen, den Weißen, anarchistischen Truppen u.a. besetzt.

Daraus ergibt sich für mich die Herausforderung, diese sehr spezifische, ukrainische Entwicklung der Jahre 1917 bis 1922 in der Ausstellung anzusprechen, zumal sie für das Verständnis der Erinnerungskultur in der Ukraine und auch den Konflikt im Osten des Landes unabdingbar sind. Nicht jeder hat das Glück, eine so spannende Arbeit zu haben!