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Foto: www.dhm.de

1917. Revolution. Russland und Europa. Ausstellung im Deutschen Historischen Museum – AKTUELLES

vom 25.10.2017 12:37:09

TERMINE rund um die Revolutionsausstellung:

Führung für das Deutsch-Russische Forum am 24. Oktober 2017 mit anschließender Diskussion:

Museumsfest im Deutschen Historischen Museum am 29. Oktober 2017 mit Führungen durch die Ausstellung

Vortrag im Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien zu den Ausstellungen in Zürich und Berlin am 2. November 2017

Jahrestag der Revolution am 7. November 2017, freier Eintritt in die Ausstellung und ins Kino
Kuratorenführung um 17.00 Uhr sowie viele weitere Veranstaltungen zur Revolution

Vortrag in der Komischen Oper im Rahmen des Symposiums „Roter Rummel“ am 12. November 2017

Podiumsdiskussion der Max Weber-Stiftung am 30. November 2017 im DHM

Thementisch „Russland im Museum – Museum in Russland“ im Rahmen des  WeberWorldCafé am 1. Dezember 2017 im DHM, zusammen mit Ekaterina Makhotina

PRESSE und PUBLIKATIONEN:

Ausstellungkatalog:
Hg., zusammen mit Julia Franke und Arnulf Scriba für das Deutsche Historische Museum: „1917. Revolution. Russland und Europa“, Ausstellungskatalog, Dresden 2017.

Rundgang durch die Ausstellung:
Zusammen mit Julia Franke: 1917. Revolution. Russland und Europa. Zur Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, in: MuseumsJournal 4 (2017), S. 20-23.

Interview auf RusslandKontrovers

Andreas Kilb, FAZ, 19.10.2017
„Insgesamt ist die neue Ausstellung ein starker Auftritt.“
„In den letzten Jahren hatte man manchmal den Eindruck, das DHM wisse nicht genau, was es eigentlich zeigen wolle. Diese Ausstellung weiß es genau.“

Bernhard Schulz, Tagesspiegel, 19.10.2017
„großartige, rundum geglückte Ausstellung“

Maria Ossowski, rbb24, 19.10.2017
„Eine höchst sehenswerte Ausstellung im Deutschen Historischen Museum, eine der besten seit Jahren in diesem Haus.“

По-русски: TV-Bericht und Interview auf russisch: rtvd

По-русски: Interview auf russisch im Kommersant

Schriftzug auf dem Einband des Katalogs, erscheint im Sandstein-Verlag

1917. Revolution. Russland und Europa – Es ist soweit!

vom 04.10.2017 15:48:12

Am Dienstag, den 17. Oktober wird im Deutschen Historischen Museum die Sonderausstellung anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution eröffnet, die mich die letzten zweieinhalb Jahren in Atem gehalten hat. Ich freue mich sehr und bin natürlich gespannt auf Kritik und Anmerkungen. Wie aber auch immer diese ausfallen – ich habe mir einen Herzenswunsch erfüllt: Das Projekt hat so viele Anknüpfungspunkte aus meinem beruflichen, aber auch privatem Lebensweg, dass es so oder so „meine“ Ausstellung ist.

Ich habe mit vielen ehemaligen Kollegen der ersten „Moskau-Berlin-Ausstellung“ von 1995/96 zusammenarbeitet, die meine Leidenschaft für das Museum geweckt hat. Dies spiegelt sich insbesondere in der Auswahl der Kunstexponate aus der Tretjakov-Galerie, aber auch aus der Berlinischen Galerie und dem Ščusev-Museum oder der Tatlin-Turm. Ich habe Exponate „eingeschleust“, die mich in die Zeit meiner Doktorarbeit über die vorrevolutionäre russische Philosophie zurückversetzen, darunter die Exponate zur Orthodoxen Kirche, der Sammelband „Vechi“ oder Alexander Bloks „Zwölf“ (der zudem eine große Rolle bei meinem Studienaufenthalt in Petersburg gespielt hat). An meine Zeit am Badischen Landesmuseum erinnert eine Auswahl des Agitationsporzellans, das mich schon damals in Karlsruhe sehr beeindruckt hat. Aus der Sammlung der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen stammen der Krönungsbecher, zwei Dosen aus der Periode der NEP und ein handschriftlicher Brief von Pjotr Wrangel.

Sehr speziell ist meine Verbindung zu dem Gemälde „Der Pilger“ von Robert Büchtger, hinter dem sich eine Art Familienprojekt verbirgt. Nicht weniger persönlich ist mein Bezug zu dem winzigen Modell des Gebäudes, in dem 1898 in Minsk die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands gegründet worden ist. Nicht weit davon habe ich drei Jahre in der belarussischen Hauptstadt gewohnt. Und mit einigen Fotos von Arkadij Šajchet findet sich sogar eine Reminiszenz an das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst.

Last but not least hat mir die Ausstellung eine weitere Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit vielen Museen in Moskau, Petersburg, Jekaterinburg, Minsk und Kiew gegeben, mit Kolleginnen und Kollegen, die ich zum Teil schon lange kenne oder im Rahmen dieses Projekts als Partner neu hinzugewonnen habe und für deren Vertrauen ich ganz besonders dankbar bin.

In diesem Projekt kommen meine Schwerpunkte – Museum, Geschichte und Russland – in einem besonderen Maße zusammen – ein glücklicher Umstand, der sich hoffentlich in der Zukunft nochmal wiederholt.

Foto: http://screen-ad.ru/vsled-za-tshetshnej-film-matilda-ne-hotjat-pokazyvat-v-dagestane-

Russland, die Revolution und Matilda

vom 24.09.2017 15:46:15

Der Jahrestag der Oktoberrevolution rückt näher und offenbar reißt das in Russland nach wie vor niemanden so recht vom Hocker. Einzig der Film des Regisseurs Alexej Utschitel über die Liebesaffäre des späteren, letzten Zaren Nikolaus II. und der Prima Ballerina Matilda Kschesinskaja Matilda erhitzt (nach wie vor) die Gemüter. Die Premiere wurde bereits mehrmals wegen Kritik von vielen Seiten verschoben, nun soll der Film im Oktober in die Kinos kommen.

Ich bin gespannt auf ein – für die angebliche Skandal-Geschichte freilich nebensächliches – Detail, nämlich die Geschichte der prächtigen Jugendstilvilla, die Kschesinskaja sich während ihrer Beziehung zu dem Thronfolger in Petersburg bauen ließ. Diese musste sie im Sommer 1917 räumen, da die Bolschewiki sich hier ihr Parteibüro einrichteten und Lenin einige seiner berühmten Reden von dem Balkon dieses Gebäudes aus hielt. Doch damit nicht genug: Heute befindet sich dort das Museum für Poltische Geschichte, ein Museum, mit dem ich seit vielen Jahren zusammenarbeite und von dem wir viele Exponate für die Revolutionsausstellung im DHM bekommen. Einem spannenden Kinoabend steht also nichts mehr im Wege.


Revolution und Medizin

vom 24.08.2017 14:35:20

… ist das Thema einer kleinen, aber feinen Sonderausstellung im Kriegsmedizinischen Museum in St. Peterburg, die dort bis November zu sehen sein wird. Im Zentrum steht ein Fotoalbum, das die Absolventen der medizinischen Akademie im Jahre 1917 zeigt. Ausgehend davon verfolgt die Ausstellung die Schicksale dieser Mediziner und was aus Ihnen geworden ist. Während einige dem Großen Terror zum Opfer fielen, spielten andere eine unrühmliche Rolle in der Leningrader Affäre und den Ärzteprozessen.

Ich schätze dieses Museum sehr – zum einen wegen der spektakulären Sammlung, aber auch weil es zu dem Typ des aussterbenden Museums in Russland gehört, in denen Exponate, Präsentation und Bildung auf eine so einzigartige Weise verbunden sind. Jeder Museumexperte würde sofort eine Modernisierung, den Einsatz von Medien und eine zeitgemäße Gestaltung empfehlen. All das fehlt bisher und doch ist es ebenso anregend wie lehrreich, zwischen der Vielzahl an Objekten und endlos langen Texten zu stöbern. In der Reihe vorsichtiger Experimente, die das Museum in den letzten Jahren gemacht hat, sticht diese kleine Revolutionsausstellung einmal mehr heraus.


Robert Büchtger: Der Pilger

vom 14.08.2017 14:33:44

Dieses Gemälde aus einer Berliner Privatsammlung hat mich schon mehrmals in unterschiedlichen Zusammenhängen beschäftigt. Aktuell geht es dabei um unsere Revolutionsausstellung im Deutschen Historischen Museum, die im Oktober eröffnet wird. Es wird dort eines von ganz wenigen verfügbaren Exponaten sein, die von bäuerlichen Lebenswelten in Russland am Ende des 19. Jahrhunderts erzählen können. In Vorbereitung der Ausstellung wird das Bild des deutsch-russischen Künstlers Robert Büchtger nun restauriert. Zu diesem Zweck wurde es vor Kurzem unter fachlicher Betreuung in die Werkstatt einer Restauratorin transportiert, wo es bis Oktober konserviert und in Teilen restauriert werden wird.

Schon jetzt schließt sich für mich damit einer von vielen Kreisen zur Geschichte des Gemäldes, das ich vor einigen Jahren im Werkverzeichnis Büchtgers dokumentiert habe. Verschiedene Aufkleber auf der Rückseite des Bildes – übrigens einem sehr seltenen, klappbaren Keilrahmen aus der Entstehungszeit des Werkes – geben weiteren Aufschluss über die Stationen, an denen das Gemälde gezeigt und vermutlich zum Verkauf angeboten wurde. Diese Aufkleber waren mir bisher aufgrund der Größe und des fragilen Zustandes des „Pilgers“ nicht zugänglich gewesen, wir haben uns schlicht nicht getraut, es von der Wand zu nehmen und die Rückseite zu betrachten. Nun kann ich das Werkverzeichnis vervollständigen, und das Gemälde wird in einen wieder stabilen Zustand gebracht, in dem es die Strapazen der Transporte überstehen und hoffentlich vielen Ausstellungsbesuchern vom vorrevolutionären Russland erzählen wird.


1917. Die große Rußländische Revolution

vom 03.08.2017 14:31:18

So würde unsere Ausstellung vermutlich in Russland heißen und daher hat die russische Fachzeitschrift „Muzej“ meinen Text über die beiden Ausstellungen in Zürich und Berlin vermutlich auch so überschrieben. Tatsächlich wird sie „1917. Russland und Europa“ heißen. In Zürich lautete der Titel „1917. Revolution und die Schweiz“ und der gemeinsame Essayband für beide Projekte trägt den Titel „1917. Russland und die Folgen“.  Gemeint ist natürlich in jedem Fall die Große Rußländische Revolution…


Lenin in Berlin

vom 24.07.2017 14:30:43

Genau wie vor 100 Jahren machte sich Vladimir Lenin kürzlich auf den Weg aus Zürich, um die Revolution voranzubringen. Im April 1917 reiste er über Berlin weiter nach Petrograd, wie St. Petersburg seit Ausbruch des Ersten Weltkrieges hieß. Zum 100. Jahrestag der Revolution endete seine Reise in Berlin im Deutschen Historischen Museum. Von dort war er auch nach Zürich aufgebrochen, um dort in der Ausstellung „1917. Revolution. Russland und die Schweiz“ gezeigt zu werden. Nun kehrte er zurück und steht – weithin sichtbar – im Foyer des Pei-Baus, um schon jetzt für die kommende Ausstellung „1917. Revolution. Russland und Europa“ zu werben. Anschließend wird er wieder seinen Platz im Eingangsbereich des Zeughauses einnehmen.

Die Rede ist übrigens von der 3,23 m hohen Lenin-Skulptur des sowjetischen Künstlers Matwej G. Maniser (1891-1966) aus dem Jahre 1924. Und ganz unabhängig von der historischen Person hat diese Skulptur schon allein eine unglaublich interessante Geschichte. Diese ist jetzt im Foyer und ab dem 18. Oktober in unserer Ausstellung im Pei-Bau nachzulesen.

Foto: https://auctionata.com/de/schaetzen-verkaufen/gemaelde

Das Aus für Auctionata

vom 08.05.2017 05:05:37

Das Online-Auktionshaus hat Insolvenz angemeldet und wird schließen. Für mich endet damit ein, wenn auch kurzer, aber lehrreicher Ausflug in den Kunsthandel. Seit über einem Jahr war ich als Expertin für den Fachbereich Sozialistischer Realismus bei Auctionata unter Vertrag.


Ausstellung des Staatlichen Russischen Literaturmuseums im Russischen Haus

vom 30.04.2017 05:02:47

In der Zeit vom 23. März bis 2. Mai ist im Russischen Haus in der Friedrichstraße eine (ins Deutsche übersetze) Wanderausstellung und des Literaturmuseums aus Moskau zu sehen, mit dem wir auch für die Revolutionsausstellung im DHM zusammenarbeiten. Gegenstand sind 12 Schriftsteller und ihre Reaktionen auf die revolutionären Ereignisse des Jahres 1917.

Zwölf mehrteilige Ständer sowie Reproduktionen von Kunstwerken und Designentwürfen vermitteln ein vielfältiges und aufschlussreiches Bild von der Kulturszene dieser Jahre. Die Gestaltung der Ausstellung macht das Lesen leicht und präsentiert die Biographien, Zitate, Dokumente, Fotos und Abbildungen von Kunstwerken abwechslungsreich und doch unaufdringlich.

Der Einführungstext berichtet über die Einstellungen der Schriftsteller, eine Kontextualisierung der historischen Ereignisse fehlt jedoch leider. Dennoch lohnt sich der Besuch, sie gib einen Einblick in die wirklich einmalige Sammlung des Moskauer Museums, die so viel mehr zu bieten hat, als nur Bücher! Schade, dass wir nicht mehr davon in unserer Ausstellung werden zeigen können.

Foto: IBB Minsk

Unsere Maly Trostenec-Ausstellung nun auch in Minsk

vom 10.04.2017 04:54:19

Anlässlich des 25. Jahrestages zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen wurde in Minsk nun auch unsere Trostenec-Ausstellung eröffnet. Ihre erste Station ist das Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges, wo sie an prominenter Stelle noch bis zum 16. April zu sehen ist. Anschließend soll sie nach Grodno und Mogiljow wandern.

Das Programm zur Eröffnung umfasste einen Besuch am historischen Ort, wo unsere Delegation mit General a.D. Schneiderhan in seiner neuen Funktion als Präsident a.i. des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge einen Kranz niederlegte, eine interkonfessionelle Andacht in der Kirche Aller Heiligen sowie eine Diskussionsveranstaltung in der Geschichtswerkstatt. Im Museum sprach u.a. Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, der zudem nach einem politischen Programm in Minsk am nächsten Tag mit Studierenden in der IBB diskutierte.

Seit November 2016 ist die Ausstellung bereits in Deutschland zu sehen, aktuell im Deutsch-Russischen Museum in Berlin Karlshorst. Die nächste Station ist ab Oktober Köln, später Bremen.

Die Ausstellung wird noch bis zum 16. April im Minsker Kriegsmuseum zu sehen sein.

Weitere Informationen:
http://www.stiftung-denkmal.de/veranstaltungen/veranstaltungsberichte/detail/article/eroeffnung-der-wanderausstellung-vernichtungsort-malyj-trostenez-geschichte-und-erinnerung.html

TV-Berichte und Artikel zur Eröffnung in Minsk:

http://ont.by/news/our_news/nemeckaya-delegaciya-posetila-memorialnij-kompleks-trostenec

http://www.ctv.by/mir-segodnya-nuzhnee-vsego-nemeckaya-delegaciya-posetila-memorial-trostenec

http://minsknews.by/blog/2017/03/13/predstaviteli-nemetskoy-obshhestvennosti-vozlozhili-tsvetyi-k-memorialu-v-trostentse/

http://www.belrynok.by/ru/page/society/4766/