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SNM_Revolution

1917. Revolution. Russland und die Schweiz

vom 12.03.2017 13:12:39

Am 23.2. war es soweit: Die Ausstellung wurde in Zürich eröffnet. Zuvor hatte es eine Pressekonferenz und eine Preview für die Leihgeber gegeben. Alles ist erfolgreich verlaufen, und die Ausstellung bekam durchweg positives Feedback. Hier die ersten Pressestimmen der NZZ (mit Bildern), des Tagesanzeigers (ebenfalls mit Bildern) und des SRF.

Neben dem gemeinsamen Essayband für die Ausstellungen in Berlin und Zürich ist nun auch der Katalog zur Schweizer Ausstellung erschienen – mit 75 Abbildungen ein schönes Lesebuch.

Für mich ist es die erste große Etappe in dem Kooperationsprojekt zwischen dem Schweizerischen Nationalmuseum und dem Deutschen Historischen Museum, und ich freue mich nach wie vor, Kuratorin bei beiden Projekten zu sein.

Nun wird die Arbeit für die Berliner Ausstellung an Fahrt gewinnen – Zielpunkt ist die Eröffnung, die nach aktuellem Stand am 20. Oktober stattfinden wird.

Katalog_Trostenez

Eröffnung der Wanderausstellung zu Maly Trostenez in Minsk

vom 03.03.2017 09:53:31

Anlässlich des 25. Jahrestags der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Belarus und Deutschland am 13. März soll die Wanderausstellung zum ehemaligen Konzentrationslager Maly Trostenez im Museum des Großen Vaterländischen Krieges in Minsk eröffnet werden. Das wäre die erste Station der Ausstellung in Belarus, an der wir mehrere Jahre gearbeitet haben.

Das Projekt geht auf die Initiative des IBB Dortmund zurück, die Ausstellung wurde von deutschen und belarussischen Historikerin unter der Federführung der Stiftung Denkmal Europäische Juden Europas erarbeitet. Die erste Station in Deutschland war die Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg, wo die Ausstellung in deutsch-russischer Version am 8. November 2016 eröffnet worden war. Eine belarussisch-deutsche Version soll nun auch durch Schulen und Bildungseinrichtungen in Belarus wandern.

Parallel sind am historischen Ort, ebenfalls auf Initiative des IBB und der Stand Minsk, weitere Informationseinheiten und Erinnerungszeichen angebracht worden. Für die Zukunft hoffen wir darauf, Teile unserer Ausstellung auch dort, am historischen Ort, dauerhaft zeigen zu können.

Maly Trostenez kehrt seit einigen Jahren in das kollektive Gedächtnis des Landes zurück und mit ihm auch die Erinnerung an die Ermordung der belarussischen Juden. Dieses Thema war lange zwar nicht tabuisiert, aber doch ein Randthema, das in die offizielle Darstellung des Zweiten Weltkriegs nur zögerlich integriert wurde. Ähnlich war und ist es noch immer mit den sog. Euthanasie-Verbrechen. Aber auch sie erfahren derzeit eine neue Aufmerksamkeit. Die Galerie Ў zeigt eine Ausstellung zum Thema „Von der Entmenschlichung zum Mord. Das Schicksal der psychisch Kranken in Belarus“ und erinnert damit an eine lange vernachlässigte Opfergruppe in Belarus.

Essayband_1917

1917. Revolution. Es ist soweit….

vom 22.02.2017 09:51:17

Nicht nur die historische Februarrevolution jährt sich in diesen Tagen zum 100. Mal. Nein, auch ein erster Meilenstein meines und unseres Projektes ist geschafft: Pünktlich zu Eröffnung der Ausstellung in der Schweiz erschient der Essayband zu beiden Ausstellungen in Zürich und Berlin. Zu erwerben ist der beim Sandstein-Verlag publizierte Band unter dem Titel „1917. Revolution. Russland und die Folgen“ in deutscher und englischer Sprache. Parallel erscheint auch der Katalog zur Ausstellung des Schweizerischen  Nationalmuseums „1917. Revolution. Russland und die Schweiz“. Die Ausstellung, zu deren Kuratoren ich gehöre, eröffnet am Donnerstag, den 23. Februar, also genau am Jahrestag der großen Frauendemonstration in Petrograd, die die Ereignisse ins Rollen brachte – der Auftakt für ein spannendes Jahr im Zeichen der Erinnerung an die Russische Revolution.

Foto: http://www.kommersant.ru/doc/3187062
Foto: http://www.kommersant.ru/doc/3187062

Geheime Akten zur Russischen Revolution

vom 13.02.2017 09:49:44

Gestern auf dem Pressefrühstück im Deutschen Historischen Museum tauchte die Frage auf, ob wir bei unserer Ausstellung denn auch die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigen, die in den letzten 20 Jahren nicht zuletzt auf der Grundlage von Quellen und Dokumenten aus den russischen Archiven entstanden sind. Abgesehen davon, dass sich wissenschaftliche Forschungen für die Bescher in einer Ausstellung nur schwer abbilden lassen, sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. Wir versuchen, mit der Lektüre der neusten Literatur à jour zu bleiben, lassen uns von einem Gremium wahrer Revolutionsexperten im Fachbeirat beraten und haben Historikerinnen und Historiker gebeten, die aktuellen Perspektiven auf die Russische Revolution im Essayband dazulegen.

Wie schwierig es aber weiterhin ist, mit den entsprechenden Akten in den russischen Archiven zu arbeiten, legt ein interessanter Artikel –nach einem Selbstversuch der Recherche – im russischen „Kommersant“ dar (16.1.2017). Demnach sind zahlreiche Akten noch immer gesperrt bzw. nicht zugänglich. Dazu gehören offenbar persönliche Materialsammlungen, etwa von Lenin oder Krupskaja, ebenso wie Briefe oder die Akten zur Konfiskation kirchlicher und anderer Kulturgüter nach der Revolution. Der Autor stellt zurecht die Frage, wie man sich zum 100. Jahrestag ein vollständiges Bild von den Ereignissen machen soll, wenn ausgerechnet die Akten der Revolutionsführer noch immer nicht zugänglich seien?  Er schließt mit den philosophischen Worten: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Das größte Geheimnis der Revolution bleibt auch weiterhin die Revolution selbst.“ Das allerdings verschafft weiteren Generationen von Historikern ein Auskommen und ist doch außerdem ganz nach russischem (Verschwörungs-)Geschmack…

Foto: http://www.dekoder.org/de/article/historische-presseschau-oktober-1917
Foto: http://www.dekoder.org/de/article/historische-presseschau-oktober-1917

Presseschau zur Oktoberrevolution

vom 03.02.2017 11:16:53

Angesichts der Vielfalt an Meinungen und Kommentaren zum 10. Jahrestag der Russischen Revolution lohnt der Blick in die zeitgenössische Presse. Wie reagierten die Zeitungen auf den Oktoberumsturz am 25. Oktober (7. November) 1917? Bereits mit dem Dekret über die Presse vom 28.10., also zwei Tage nach der Machtübernahme, schränkten die Bolschewiki die Pressefreiheit ein, viele Organe fielen dieser Zensur zum Opfer. Am 26.10. (08.11.) konnten die meisten Zeitungen noch erschienen. Eine Auswahl aus Artikeln hat Leonid A. Klimov vom Portal DEKÓDER zusammengestellt und dokumentiert. Die Zitate sind auf deutsch und im russischen Original nachzulesen und bieten einen Einblick in das letztmalig noch breite Spektrum der Meinungsfreiheit.

Foto: http://www.sovrhistory.ru/exposure/5554e54bb77e8cd5016cadf5
Foto: http://www.sovrhistory.ru/exposure/5554e54bb77e8cd5016cadf5

Das Erbe der Revolution in Archiven, Bibliotheken, Museen und Medien

vom 25.01.2017 11:15:41

Zu diesem Thema veranstaltet das Museum für zeitgenössische Geschichte vom 24.-28. April eine Konferenz in Moskau, zu deren Programmkommission zu gehören ich die Ehre und die Freude habe. In diesem Engagement sehe ich die Chance, einen Überblick über die Vielfalt von Veranstaltungen, Ausstellungen und Forschungen zur Revolution zu bekommen, die es in diesem Jahr in Russland schon gibt und weiter geben wird. Zumal, wie ich finde, sich das Thema der Konferenz von der Vielzahl weiterer durch den Blick auf die materiellen „Hinterlassenschaften“ der Ereignisse vor 100 abhebt. Und schließlich nutze ich die Gelegenheit, die Ausstellungen im Schweizerischen Nationalmuseum und im Deutschen Historischen Museum vorzustellen.

Abbildung: http://www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/perspektiven/archiv/20170119_2204.html
Abbildung: http://www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/perspektiven/archiv/20170119_2204.html

Utopia und Terror. Die zerstörten Hoffnungen der Oktoberrevolution

vom 18.01.2017 05:53:41

… so lautet der Titel eines Features des Kulturjournalisten Jürgen Buch, mit dem ich kürzlich über die Revolution in Russland, unsere Ausstellung im Deutschen Historischen Museum und das aktuelle Gedenken zum 100. Jahrestag sprach.

Am Donnerstag, den 19. Januar wird die Sendung zwischen 22.04 Uhr bis 23.00 Uhr im Kulturradio vom rbb in der Reihe Perspektiven gesendet und anschließend in der Mediathek abrufbar sein.

Foto: http://kommersant.ru/doc/3131019
Foto:
http://kommersant.ru/doc/3131019

Schnelldurchlauf durch die russische Geschichte in der offiziellen Lesart

vom 16.01.2017 11:13:28

Geschichte ist ein heikles Thema ist Russland, das gilt derzeit besonders für den 100. Jahrestag der Russischen Revolution 1917. Aus diesem aktuellem Anlass hat die russische Internetzeitung Meduza ein „Nachschlagewerk“ zu den wichtigsten Ereignisse und Jahrestagen mit der jeweils „richtigen“ Interpretation veröffentlicht. Mit Blick auf die Revolution dürfen wir demnach niemals vergessen, dass politischer Extremismus schwerwiegende Folgen für das ganze Land haben kann. Wir lernen aber auch, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion [deren Gründung ein Folge der Revolution war, Anm. Kj] die größte geopolitische Katastrophe war.

Die Brisanz der Problematik erkennt auch der Sicherheitsrat: Er diskutierte jüngst die sechs historischen Themen, die stark von einer „Falsifizierung“ bedroht seien und des Schutzes bedürfen. Dazu zählen neben der Revolution von 1917 „die Nationalitätenpolitik des Russischen Reichs und UdSSR, die Rolle der UdSSR beim Sieg über den Faschismus, den Molotow-Ribbentrop-Pakt und die politischen Krisen in der DDR, der Tschechoslowakei und anderen ehemaligen sozialistischen Ländern“.

Es ist daher nur logisch, wenn im Zusammenhang mit dem Jahrestag überlegt wird, die 2012 abgeschaffte „Kommission zur Verhinderung der Versuche der Verfälschung der Geschichte“ wieder einzusetzen.

In dieser prekären Lage ruhen alle Augen und Hoffnungen auf der im Dezember einberufenen Kommission zur Vorbereitung des 100. Jahrestages der „Großen Rußländischen Revolution“. In diesem Tagen erwarten wir ihre Vorschläge für das offizielle Gedenken an die Ereignisse von vor 100 Jahren.

Foto: APA/AFP/Olga Maltseva, gesehen auf:  http://www.krone.at/wissen/zarenbild-auf-rueckseite-von-lenin-gemaelde-entdeckt-bei-restaurierung-story-539908
Foto: APA/AFP/Olga Maltseva, gesehen auf:
http://www.krone.at/wissen/zarenbild-auf-rueckseite-von-lenin-gemaelde-entdeckt-bei-restaurierung-story-539908

Der Zar und Lenin: Exponate sagen mehr als 1000 Worte

vom 06.01.2017 15:29:33

Gleichsam ein Geschenk für Kuratoren wurde kürzlich in der Staatlichen künstlerisch-industriellen Stieglitz-Akademie für Kunst und Industrie in St. Peterburg entdeckt: Ein Portrait des Zaren Nikolaus II. des Künstlers Ilja Galkin aus dem Jahre 1896. Es wurde, mehrfach übermalt, auf der Rückseite einer späteren Darstellung von Lenin des Künstlers Wladislaw Ismailowitsch aus dem Jahr 1924 gefunden. Beide Portraits hingen nacheinander an derselben Stelle in dem früher als Handelsschule genutzten Gebäude einer Grundschule. Spuren von Bajonettstichen stammen vermutlich aus den Tagen der Revolution. Anschaulicher kann man die Geschichte der Revolution in Russland kaum erzählen!

Foto: https://www.nationalmuseum.ch/d/ausstellungen.php?aus_id=12582&show_detail=true
Foto: https://www.nationalmuseum.ch/d/ausstellungen.php?aus_id=12582&show_detail=true

1917. Revolution. Russland und die Schweiz

vom 28.12.2016 15:27:37

Allmählich wird es ernst und meine Arbeit der letzten zwei Jahre kommt ans Licht der Öffentlichkeit. Am 24. Februar 2017 eröffnet die Ausstellung im Schweizerischen Nationalmuseum. Zu diesem Zeitpunkt wird neben dem Ausstellungskatalog auch der, im Rahmen der Kooperation, gemeinsam mit dem DHM herausgegebene Essayband erscheinen. Er trägt den Titel „1917. Revolution. Russland und die Folgen“. Im Oktober folgt dann die Ausstellung „1917. Revolution. Russland und Europa“ in Berlin.

 Weitere Informationen, allerdings bisher leider nur sehr spärlich, gibt es hier zu der Schweizer Ausstellung und hier zur Berliner Ausstellung.