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Stadtmuseum in Grodno (2012). Eines der von Schlögel liebevoll beschriebenen Museumsrelikte aus sowjetischen Zeiten.
Stadtmuseum in Grodno (2012). Eines der von Schlögel liebevoll beschriebenen Museumsrelikte aus sowjetischen Zeiten.

Geschichte – Museen – Russland

vom 18.11.2016 14:20:06

Dies sind die Themen des nächsten Buches von Karl Schlögel, der aktuell als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München an dem Werk „Museum der Sowjetzivilisation“ arbeitet. Gerade wurde er mit dem Preis des Historischen Kollegs 2016 ausgezeichnet. Erste Einblicke in sein neues Forschungsvorhaben gibt der Text eines Vortrages, den Schlögel 2014 in Tiblissi auf einer Konferenz des Goethe-Instituts im Rahmen des überregionalen Projekts „Zeitmaschine Museum“ gehalten hat. An diesem Projekt, das sich mit den Herausforderungen der postsowjetischen Museumslandschaft beschäftigt hat, war auch das Goethe-Institut in Minsk mit Tatjana Bembel und Olga Rybchynskaja beteiligt – zu einer Zeit, als ich ebenfalls an diesem Institut aktiv war und mit den beiden die Konzeption ihrer Projekte diskutiert habe. In einer Fußnote vermerkt Schlögel, dass sich sein Vortag zunächst nur auf die russischen Museen bezieht. Aus den vielen Beispielen geht hervor, dass sich seine zu erwartende Publikation auf einen größeren postsowjetischen Raum beziehen wird, auch Denkmäler und Erinnerungsorte in Minsk kommen vor. Bleibt zu hoffen, dass er auch einen Blick in die belarussischen Museen werfen wird, die nicht selten zugunsten der ukrainischen und georgischen Museen außer Acht bleiben.

Fotomuseum_Moskau

Streifzüge durch unbekannte Museen – Folge 10: … Moskau

vom 06.07.2016 16:15:55

Zwei Museen,  die unterschiedlicher nicht sein könnten: Das ehemalige „Haus der Fotografie“, heute MultimnediaMuseum, und das Staatliche Literaturmuseum. In beiden war ich kürzlich zu Recherchen zur Revolutionsausstellung.  Unbekannt sind beide Häuser sicher nicht, aber vielleicht doch eine (Neu-) Entdeckung.

Während das MultiMediaMuseum über moderne und professionelle Ausstellungsräume verfügt  und für seine Ausstellungen  aus einem großen Budget schöpfen kann, muss sich das Literaturmuseum mit seinen 20 Filialen der Geburtshäuser russischer Literaten und dem Umbau  einer neuen Zentrale beschäftigen. Eine Dauerausstellung gibt es zur Zeit nicht, geplant sind biographische und thematische Ausstellungen zur Literatur des 20. Jh.

Das Fotomuseum gehört  zur Stadt Moskau, profitiert aber von der  gesellschaftlichen und wirtschaftlich stabilen Position seiner Leiterin. Präsentiert werden Wechselausstellungen auf den fünf offenen Etagen des Gebäudes, präsentiert von einer professionellen Ausstellungsarchitektur und – wie der Name des Museums nahelegt – auf allen medialen Kanälen. In der aktuellen Ausstellung  zum Russischen Kosmos habe ich sogleich noch spannende Exponate für die Revolutionsausstellung im Kontext der Weltraumträume des frühen 20. Jh. entdeckt.

Das Literaturmuseum dagegen verfügt über eine der größten Sammlungen zur Literatur überhaupt, die bisher noch auf viele Standorte verteilt und nur zu einem Bruchteil in den sog.  Memorialmuseen zu den bekanntesten russischen Schriftstellern ausgestellt ist. Der rührige Direktor versucht, in möglichst vielen Wechselausstellungen und Kooperationsprojekten aus dem Fundus zu schöpfen. Das Haupthaus im Zentrum der Stadt dümpelt derweil in einem trostlosen  Zustand vor sich hin: Aktuell gibt es nur in  einem Saal eine Gemäldeausstellung, von der sich nicht so recht  erschließt, was sie mit Literatur zu tun hat, alle anderen Räume sind mit  Möbeln, Vitrinen und Stellwänden vollgestopft, auf dem Weg zur Toilette muss man den Kopf einziehen, um nicht an die niedrige Decke zu stoßen. All das soll sich im kommenden Jahr ändern, wenn die neue Zentrale fertig sein soll.  Das kann man dem Museum nur wünschen, das sich – leider – nach glanzvollen Zeiten seit seiner Gründung in den 30er Jahren in einer Art Dornröschenschlaf befindet.

Foto: http://www.phoenix.de/content/1113663
Foto: http://www.phoenix.de/content/1113663

TV-Diskussion „History Live“: „Unternehmen Barbarossa – Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg?“

vom 23.06.2016 17:59:12

Das „Unternehmen Barbarossa“ und die Erinnerung daran war das Thema der aktuellen Sendung des Fernsehhistorikers Guido Knopp in der Reihe „History Live“, einer Diskussionsrunde zu aktuellen Fragen der Geschichte auf Phoenix. Daran zusammen mit Jörg Baberowski und Sönke Neitzel teilzunehmen hatte ich die Ehre und das Vergnügen: Zu sehen bei Phoenix und youtube

Обсуждение в телевидении „History Live“: „Операция Барбаросса – поворотный пункт Второй мировой войны?“

„ Операция Барбаросса “ и воспоминание о ней было темой актуальной передачи историка Гуидо Кноппа в серии „History Live“ в телевидении, дискуссионная программа по актуальным вопросам истории на Phoenix. У меня была радость и честь принимать участие вместе с Йоргом Баберовским и Зенке Найцель: Смотреть можно здесь Phoenix и youtube

Foto: https://www.phoenix.de/content/986004
Foto: https://www.phoenix.de/content/986004

75 Jahre Überfall auf die Sowjetunion – 19. Juni, 13.00 Uhr auf Phoenix

vom 05.06.2016 11:06:09

Das „Unternehmen Barbarossa“ und die Erinnerung daran ist das Thema der nächsten Sendung des Fernsehhistorikers Guido Knopp in der Reihe „History Live“, einer Diskussionsrunde zu aktuellen Fragen der Geschichte auf Phoenix. Daran zusammen mit Jörg Baberowski und Sönke Neitzel teilzunehmen hatte/habe ich die Ehre und das Vergnügen: Die Aufnahme letzte Woche war lebendig und interessant, wie überhaupt die Erfahrung, bei der Sendung mal dabei zu sein. Zu sehen ist das Produkt am Sonntag, den 19. Juni um 13.00 Uhr bei Phoenix!

Krasnogorsk

Auf den Spuren der Revolution… im Filmarchiv Krasnogorsk

vom 29.05.2016 17:22:12

Frauen in weißen Kitteln tragen schweigend Filmrollen durch die langen Gänge, Männer schleppen Eimer mit Chemikalien umher. Alle verschwinden hinter einer der vielen Türen der beiden Etagen. Alles ist still, bekrönt durch das sowjetische Wappen auf dem Giebel des eindrucksvollen Gebäudes auf dem Hügel in Krasnogorsk, 27 km vor Moskau an der Wolokolamsker Chaussee.

Eine Woche habe ich in einem der Zimmer Filme gesichtet und Ausschnitte für die Ausstellung gesucht. Dazu fügt man Papierzettel in die Filmrollen ein, die man  an einem Filmsichtungstisch selber einlegt und wechselt. Das ist  mühsam und verlangt schnelle  und sichere Entscheidungen, da eine zweite Sichtung zu aufwendig wäre. Die Filme erhält  man zudem in beliebiger Reihenfolge, so dass  man nie weiß, ob  noch besseres Material zu erwarten ist. Manche Filme bekommt  man gar nicht, wenn sie ausgeliehen sind oder nur als  Original existieren. Sondermaterial, wie Nitro, schaut man  unter Aufsicht.

Am Ende hat man hunderte bis tausende Euros ausgegeben für  nur wenige Minuten Film. Ob sich dieser Aufwand lohnt, entscheidet letztlich der Ausstellungsbesucher. Ich bin jedenfalls immer wieder gerne  dort und fahre mit vielen neuen Bildern im Kopf wieder ab – dieses Mal von der Revolution und dem „Neuen Menschen“  in  der Sowjetunion.

Foto: http://vm.sovrhistory.ru/sovremennoy-istorii-rossii/specproekt-semnadcatiy-god/#/
Foto: http://vm.sovrhistory.ru/sovremennoy-istorii-rossii/specproekt-semnadcatiy-god/#/

Die Revolution im Internet

vom 22.04.2016 13:55:04

In Vorbereitung auf den Jahrestag hat das Museum für zeitgenössische Geschichte eine Website zu den revolutionären Ereignissen 1917 freigeschaltet. Die Präsentation erzählt die Geschehnisse aus der Sicht eines Teilnehmers und verbindet kurze Texte, Zeichnungen und Objektpräsentationen. Es sind letztere, die die Seite sehenswert und originell machen – wahre Schätze aus dem reichen Fundus des Museums werden hier gezeigt und erläutert. Das Online-Angebot ist Teils eines umfangreichen Programms des Museums zum 100. Jahrestag der „Großen Rußländischen Revolution“, der u.a. auch eine Konferenz und eine Ausstellung gewidmet werden. Dabei arbeitet das Museum eng mit der Militärhistorischen Gesellschaft zusammen. Für unsere Ausstellung im DHM und dem Schweizerischen Nationalmuseum gehört es zu den wichtigsten Leihgebern.

Foto: http://museumspoliticsandpower.org/2014/09/09/only-dialogue-moves-us-forward/
Foto: http://museumspoliticsandpower.org/2014/09/09/only-dialogue-moves-us-forward/

Museum und Politik …

vom 26.03.2016 14:52:19

… lautete das Thema der ICOM-Konferenz vom 9.-14.9.2014 in St. Petersburg. Bei der Planung der gemeinsamen Veranstaltung der ICOM-Komitees von Russland, Deutschland und den USA hatte wohl niemand gedacht, wie aktuell der Gegenstand durch die Krimkrise zu diesem Zeitpunkt sein würde. Seitdem hat er kaum an Brisanz verloren.

Diese Tatsache mag darüber hinwegtrösten, dass die Konferenzbeiträge erst jetzt, mit einer Zeitverzögerung von eineinhalb Jahren, veröffentlicht werden. Im Sommer wird ein E-Book erscheinen, schon jetzt sind die Texte auf der Website von ICOM Russia einzusehen.

Neben einem gemeinsamen Artikel mit Katrin Hieke und Linda Norris über unser Blog-Projekt zur Konferenz habe ich einen weiteren Text beigesteuert, der dem politischen Potential von Museen in und für die deutsch-russischen Beziehungen nachgeht.

Музей и власть …

… была тема конференции ICOMа 9.-14.9.2014 г. в Санкт-Петербурге. При планировании общего мероприятия комитетов России, Германи и и США никто, вероятно, не думал насколько актуальным, смотря на крымский кризис, предмет будет к этой дате. С тех пор он потерял едва ли бризантность.

Этот факт может мирить с тем, что взносы конференции опубликовали только теперь, при временной задержке полтора года. Обещали E-Book на летом, но уже сейчас можно читать тексты на веб-странице ICOMа России.

Наряду с совместной статьей с Катрин Хике и Линдой Норрисом о нашем блог-проекте к конференции я сама внесла текст, который следует за политическим потенциалом музеев в и для немецко-русских отношений.

Foto: http://www.sovrhistory.ru/exposure/5554e5dab77e8cd5016cadf7 Ein Blick in die Dauerausstellung des Museums für zeitgenössische Geschichte zur Revolution 1917.
Foto: http://www.sovrhistory.ru/exposure/5554e5dab77e8cd5016cadf7
Ein Blick in die Dauerausstellung des Museums für zeitgenössische Geschichte zur Revolution 1917.

„Das Wichtigste ist es, keine ideologischen Schablonen zu benutzen.“* Russland und die Revolution.

vom 08.03.2016 09:24:45

Die offizielle Interpretation der Geschichte wird in Russland von der „Russischen Historischen Gesellschaft“ und der Militärhistorischen Gesellschaft dominiert. Beide Gremien werden bezeichnenderweise von führenden Politkern geleitet: Der Historischen Gesellschaft sitzt der Parlamentspräsident Sergej Naryškin vor, der zweiten Gesellschaft der Kulturminister Vladimir Medinskij. Zum bevorstehenden Jahrestag ließ dieser schon im letzten Jahr auf einer Konferenz im Museum für zeitgenössische Geschichte verlauten, wie die heute so bezeichnete „Große Rußländische Revolution“ zu bewerten sei.

Demnach handelt es sich um eines der wichtigsten Ereignisse des 20. Jh., das nicht nur Russland, sondern den Planeten [sic] verändert habe, dessen Tragik in der Spaltung der russischen Gesellschaft, der Einmischung ausländischer Staaten in die inneren Angelegenheiten Russlands und dem Verlust der imperialen Macht liege. Heute gehe es darum, dieses Erbe für die Gegenwart anzunehmen und sich damit auseinander zu setzen, wozu auch der Terror auf beiden Seiten der Bürgerkriegsparteien gehöre.

Während in der Sowjetunion die „Konterrevolution“ für die Entwicklung verantwortlich gemacht worden ist, hat die Forschung die Schuldigen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bei den Bol’ševiki gesehen. In der heute möglichen „objektiven“ Betrachtung der Geschichte sehen die Historiker die Ursachen für die Ereignisse in der über die „rote“ und „weiße“ Bewegung hinaus weitaus komplexeren Entwicklung.

Die Neubewertung der Revolution und ihrer Folgen ist hochaktuell in Russland und wird kontrovers diskutiert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass ehemals felsenfest von der sowjetischen Geschichtsinterpretation Überzeugte heute auf Lenin und die Genossen schimpfen, wie man es kaum für möglich gehalten hat. Sehen sie in ihm doch dem Hauptverantwortlichen für den Zerfall von Macht und Größe Russlands.

Der Präsident hat eine Kommission zur Vorbereitung des Jahrestages einberufen. Noch ist allerdings nichts zu finden auf den Websites der beiden Gesellschaften. Medinskij aber gibt die Linie vor: Ihm zufolge muss man alles von allen Seiten brachten, die Fakten objektiv bewerten. Wie auch immer man das aber auch tut, eins kommt immer dabei heraus: Die imperiale Größe Russlands. Aus den Wirren der Revolution und des Bürgerkriegs ist das Land letztlich 1945 als Sieger wie der „Phoenix aus der Asche“ auferstanden. Und nach 1991 hat es Niedergang und Verfall abermals überstanden – „Staaten mit einer Geschichte so langer, ununterbrochener Souveränität“ kann man an einer Hand abzählen, so Medinskij. Dem Jubiläum steht also nichts mehr im Wege.

*Das Zitat stammt von V. Medinskij.

Foto: http://milmed.spb.ru/
Foto: http://milmed.spb.ru/

Streifzüge durch unbekannte Museen – Folge 8: Das Kriegsmedizinische Museum in St. Petersburg

vom 13.02.2016 07:33:08

Hier stimmt es leider: Das Kriegsmedizinische Museum in Petersburg ist weniger bekannt, als es sein sollte. Seit vielen Jahren führen mich Ausstellungsprojekte dorthin – ein völlig unterschätztes Haus, meiner Ansicht nach. Wenn ich Medizinhistorikerin oder Mitarbeiterin eines unserer (häufig ebenfalls unterschätzten) Medizinhistorischen Museen in Deutschland wäre, dann würde ich ununterbrochen Kooperationsprojekte mit den russischen Kollegen umsetzen. Ihr Depot ist eine wahre Fundgrube, was übrigens die Amerikaner schon lange entdeckt haben, die sich dort die Klinke in die Hand geben.

Kürzlich war ich auf den Spuren der Revolution wieder einmal dort, um nach Exponaten zu suchen und, ich kann es nicht anders sagen, meine Freunde zu besuchen. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Es soll seit Jahren eine neue Dauerausstellung geben, die Website wurde bereits komplett neu gestaltet. Überhaupt ist das Museum sehr aktiv, an vielen Projekten und Kooperationen beteiligt, nur eine Konstante trotzt der Modernisierung und ist doch zugleich ihr Motor: Der allgegenwärtige und allmächtige Direktor. Das erinnerte mich auch jetzt wieder an meinen Bericht für die DHM-Mitarbeiterzeitung von 2003. Und wie damals und all die Jahre, die ich das Museum und seine Mitarbeiter nun kenne, bleibt mir nur zu wünschen, dass das Museum mehr Aufmerksamkeit auch bei uns erfährt und seine unglaublich reiche Sammlung uns noch viele spannende Ausstellungen beschert.

Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Walentin_Alexandrowitsch_Serow
Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Walentin_Alexandrowitsch_Serow

Auf den Spuren der Revolution…

vom 06.02.2016 13:55:37

… habe ich derzeit mit der Tretjakov-Galerie zu tun. Bei der Suche nach geeigneten Exponaten zur Kunst und Kultur des vorrevolutionären Russlands stößt man unweigerlich auch auf den Maler Valentin Serov. Eine Auswahl seiner Werke ist monentan noch in einer Sonderausstellung in der sog. Neuen Tretjakov-Galerie zu sehen. Ich hatte im vergangenen Oktober die Gelegenheit, die Ausstellung zu sehen – eine wahre Freude, das sehr vielfältige Schaffen des Künstlers so konzentriert zu erleben. Allerdings sind viele seiner Bilder, die sich im Bestand der Tretjakov-Galerie befinden, auch sonst in der Dauerausstellung zu sehen, darunter auch sein berühmtes Gemälde „Das Mädchen mit den Pfirsichen“ (1887).

Dennoch erlebte die Ausstellung in der letzten Woche einen Ansturm, mit dem wohl niemand gerechnet hatte. Ob es der Besuch von Vladimir Putin war, der die Menschen aufgerüttelt hat, die Sehnsucht nach dem „guten, alten Russland vor der Revolution“ oder die nur allzu bekannte Überraschung, dass nur noch wenig Zeit bleibt, die Ausstellung zu besichtigen, muss wohl im Dunklen bleiben. Faszinierend ist vielmehr das Phänomen der Schlange, die sich vor dem Eingang bildete und ein Eigenleben entwickelte. Dies beschreibt sehr anschaulich ein Artikel auf der noch jungen Website www.dekoder.org – ein, wie ich finde, sehr wichtiges und interessantes Online-Angebot, das eine Lücke in der Berichterstattung zu Russland füllt.

Was die Schlange angeht, so kümmert sich die Militärhistorische Gesellschaft (!) um das leibliche Wohl der frierenden Besucher vor dem Eingang ins Museum. Zugleich schlängelt sich die Schlange durch das Internet. Dort beobachtete man Seltsames: „Eine Frau in der Schlange gebar einen Pfirsich“ und „In der Schlange beginnt die Sammlung von Unterschriften für ein Referendum über die Anerkennung ihrer Autonomie“. Diese stellt sie bereits unter Beweis, denn die „Schlange zur Serov-Ausstellung hat eine Gastspielreise durch Russland begonnen“. Was wird nur passieren, wenn die Ausstellung nach der Verlängerung schließt? Der Präsident jedenfalls macht sich große Sorgen: „Den Zerfall der Serow-Schlange bezeichnete Putin als eine der größten geopolitischen Katastrophen“. Was für ein Traum für die Kuratoren!